NÜRNBERG
Die AISLINGER von Nürnberg
Auszüge aus: Die Nürnberger
Handelsgesellschaft
Gruber - Podmer - Stromer im 15. Jhd.
S.12:
Von der Mitte des 14. Jahrhunderts an erwarben eine Reihe von Familien das
Nürnberger Bürgerrecht, die aus Lauingen oder seiner nächsten
Umgebung stammten. Bald spielen sie eine erhebliche Rolle in Nürnbergs
Wirtschaftsleben und traten zu der Stromerfirma in engen Kontakt durch Verschwägerung,
Ver-gesellschaftung und als leitende Angestellte: die Pirckheimer, Imhof und
Aislinger ( vgl. Jaeger - Puchner : Veit Stoß,S. 24)
S.13:
Ulman Stromers einzig überlebender Sohn Jörg bildete nun eine Gesellschaft
mit seinem Schwiegervater Hans Aislinger (8a, 9), der Bürger in Nürnberg
und Ratsherr in Lauingen war, und mit Aislingers Enkel, dem jungen Nürnberger
Patrizier Hans Ortlieb. Die Firma, meist unter dem Namen (Georg) Stromer -
(Hans)Ortlieb (und Gesellschaft) handelnd, führte als Zeichen Aislingers
altes, seit 1401 nachweisbares Firmenzeichen ,gebildet aus einem A
= Aislinger (Stadt archiv Lauingen Urk. 55, 148, 221; Frhrl. v. Kreß´´sches
Familienarchiv, Dep. im Germanischen Museum S. XXVIII fasc. A Urk. 31 u. 32).
Neu genannt wird 1412 eine Geschäftsverbindung mit Magdeburg, die offenbar
Hans Aislinger in die Firma eingebracht hatte, da er dort schon 1390, 1408
und 1409 nachweisbar ist. (Stadtarchiv Nürnberg (StAN) Stadtrechnung
gr. Reg. I fol. 680 v. nennt Hans Aislinger in Meißen 1397 Feb./Mrz.,
- 1404 wurde Heinrich Eyslinger, Bürger in Erfurt der 1392 noch im Hause
Hans Aislinger am Hauptmarkt wohnte / StAN AStB 271, Losungsliste 1392, fol.
24 v/. Da er sein Nürnberger Bürgerrecht nicht aufgegeben hatte,
machte der Rat 1407.II.14 Heinrich Eyslinger Vorwürfe, daß er sich
anderwärts nieder gelassen habe, und gebot ihm bis spätestens Walpurgis
wieder nach Nürnberg zu ziehen (StAN Briefb. 1 fol. 175 r/.)
S. 19:
Der jüngere Hans Aislinger führte in der Legende seines Siegels
mit dem Schild krötenwappen der Aislinger noch 1436 das Zeichen Hans
Aislinger d.Ä. von 1401 (Stadtarchiv Lauingen Urk. 221).
S. 37:
Hans Aislinger (Eyslinger, Esslinger, begegnet uns schon 1425 in Lemberg.
In de Schreiben Nürnbergs an Lemberg wird er Hans von Esslingen genannt,
doch ist er zweifellos ein Angehöriger der lauingischen-nürnbergischen
Kaufmannsfamilie. Aber schon dem Nürnberger Schreiber mag das kleine
Amt Aislingen bei Lauingen kein Begriff gewesen sein, nochweniger den Lembergern,
während die bedeutende schwäb. Reichsstadt Esslingen wohl bekannt
gewesen sein und eine Herkunft von dort gewisses Ansehen gegeben haben wird.Aislinger
wurde in Lemberg als Faktor des Kaufmanns Hans Liebing von Nürnberg genannt.
In Lemberg wurde Aislinger bös verdächtigt von einem Manne, der
sich als des Pfinzings Sohn von Nürnberg ausgab, er habe
eine größere Summe Silbergeldes gestohlen. Nürnberg stellte
ihm daher ein Leumundszeugnis aus, das nach Lemberg ging. Daß Hans Aislinger
zur Gesellschaft Stromer - Ortlieb selbst gehörte, bezeugt sein Sie gel,
das er noch 1436 führte - also kurz nach dem Ende der alten Firma. Es
trägt das Schildkrötenwappen der Aislinger und in der Siegelumschrift
neben dem Namen das Firmenzeichen, wie es Hans Aislinger d.Ä., sein Vater
oder Großvater, Georg Stromer und Hans Ortlieb geführt hatten.
Ein Zweig der Aislinger muß im 16. Jahrhundert noch oder wieder in Nürnberg
an sässig gewesen sein, denn von 1550 bis 1556 besaß Conrad Eislinger
die jetzt Stromer´´sche Burg Grünsberg im Landgebiet Nürnbergs
(Urk. 294, 309 von 1550.I.30 und 1556.II.3 im Stromer Archiv Grünsberg)..
S. 38:
N. Aislinger
N.Gruber N.Aislingerin
Anna Aislingerin Albrecht
I.Scheuerl
Hans d.Ä. Aislinger
1) Anna Groß
2) Katharina N.
3) Lucia N.
Heinz Martha Anna Stephan
Georg A.Ortlieb Ursula
Stromer Kurn
Hans d.J.
Aislinger
Hans Eislinger Helene
Scheuerl
Hans Ortlieb
S. 58:
In erster Ehe war Georg Stromer verheiratet mit Martha Aislinger, Tochter
des Lauinger Großkaufmanns und Ratsherren Hans d.Ä. Aislinger und
angeblich der Nürnberger Patrizierin Anna Groß (Städtechronik
I 69, 29). Die Ehe Hans Aislingers mit Anna Groß ergibt sich nur aus
den Familienpapieren Aislinger im Stadtarchiv Nürnberg (17.Jhd.?). Sie
ist urkundlich nicht erweislich und Anna Groß-Aislinger vorläufig
im Groß´schen Stammbaum nicht einzuordnen. Aislinger war seit
1370 auch Bürger Nürnbergs (StAN AStB 298, AStB 271, Losungsliste
1392 fol. 24v.) und Eigentümer eines großen Kauffahrteihofes dort
am Herrenmarkt. Er war also Doppelstaatler.
S. 70:
Von nördlingen, das ja auf der Verbindungsstraße zwischen Lauingen
und Nürnberg liegt und dessen Messen von den Kaufleuten beider Städte
besucht wurden, habe ich nur zufällig einige Aislingersche Nachrichten
aus der Zeit vor 1420 (Stadtarchiv Nördlingen, Pfandbuch I pag. 57, 61,
62, 95).
S. 106:
Nürnberg 1408.XI.26.; Harnaschpuch, fer. 2.a. Andree. Zahl
der Panzer, die jeder wehrfähige Einwohner hat oder erwerben muß
und nicht veräußern darf (Preis 11 fl neu): fol.29.r. (Hauptmarkt
Westseite) Hans Ayslinger 4, Nachträge von 1431: fol. 132 v. (Lorenzer
Stadthälfte) Heymran Ayslinger 1. (StAN Rep. 52 b, AStB 108, Orig. Papier).
S. 111:
1430.IX.25.; Stephan Ayslinger von Lauingen klagt beim Landgericht Nürnberg
gegen Hans Ortlieb von Nürnberg u.a. auf alle Forderungen, die er hat
zu Polen, Reussen, Preussen und Brabant. Fer.2.a. Michel. (StAN Protokollbuch
des Landgerichts Nürnberg Band 113 fol. 173 v.).
Auszüge von Wolfgang
Frhr. Stromer von Reichenbach, Nürnberger Forschungen, Bd. 6, Nürnberg
19.